Am 25. April 2017 enthüllte die Schweizer Verbrauchersendung Kassensturz (SRF) ein internes Dokument der Remimag Gastronomie AG — einer Kette mit rund 30 Restaurants in der Zentralschweiz. Die «Anleitung zur Verwaltung der TripAdvisor Webseite» wies Manager an:
- Positive Bewertungen unter Pseudonymen schreiben — «Vom Usernamen sollen keine Rückschlüsse auf den Betriebsleiter gezogen werden können»
- Login-Standorte wechseln — «TripAdvisor speichert IP-Adressen. Bitte nicht immer vom gleichen Computer einloggen»
- Immer maximale 5 Sterne vergeben
- Jeder Mitarbeiter musste eine Liste von 10 Freunden oder Familienmitgliedern liefern, die ebenfalls schreiben
Die Verteidigung
Bastian Eltschinger von Remimag verteidigte sich:
«Beschiss wäre es erst, wenn die Bewertung nicht korrekt wäre. Und das machen wir nicht.»
— Bastian Eltschinger, Kassensturz
TripAdvisors Reaktion
TripAdvisor stufte die Praxis als «Betrug» ein und sanktionierte die betroffenen Restaurants. Das Restaurant Spago wurde von 4,0 auf 3,5 Sterne herabgestuft.
Was dieser Fall zeigt
Wenn eine Restaurantkette systematisch Fake-Bewertungen anordnet und der CEO das als «keine Beschiss» bezeichnet, zeigt das, wie verbreitet und normalisiert die Manipulation ist. Solange Plattformen keine Verifizierung einführen, bleibt das System anfällig — von beiden Seiten.