Dirk Hany, Mitinhaber der Bar am Wasser in Zürich — einer der besten Cocktailbars der Schweiz, Barkeeper des Jahres 2020 — kennt das Muster:
«Jede Woche erhalte ich Anfragen von sogenannten Influencern, die uns einen Beitrag versprechen — wenn sie einen Abend lang gratis bei uns verbringen dürfen.»
— Dirk Hany, watson.ch, Januar 2023
«Einige sagen, sie wären Influencer, haben aber nur 2.000 Follower.»
— Dirk Hany
Gekaufte Follower
Hany sieht die Muster sofort: Accounts mit Zehntausenden Followern, aber nur 200 Likes pro Beitrag. «Die sind dann wahrscheinlich gekauft.» Er lehnt alle Anfragen ab — Influencer sind kein Teil seiner Marketingstrategie. Seit der Corona-Pandemie habe der Anteil der Influencer-Anfragen «massiv zugenommen».
Was dieser Fall zeigt
Das Influencer-Problem ist die Vorstufe der Bewertungserpressung: Statt mit negativer Bewertung zu drohen, versprechen sie eine positive — aber nur gegen Gratisleistungen. Das Ergebnis ist dasselbe: Gastronomen sollen für Bewertungen bezahlen, die angeblich authentisch sind.